Toxoplasmose:        

Die Hauptinfektionsquellen auf Toxoplasma gondii sind der Kontakt mit Katzenkot (auch bei der Gartenarbeit) und der Verzehr von rohem Fleisch (besonders Hackfleisch).

Die Zeichen einer Infektion sind Lymphknotenschwellungen und geringe grippale Symptome. Etwa 30-50% der Erwachsenen sind schon einmal an Toxoplasmose erkrankt. Für die Schwangerschaft besteht die größte Gefahr bei Ersterkrankung im letzten Schwangerschaftsdrittel. Dabei kommt es zu einer Infektion auch des Kindes mit Leber-, Herz- und Gehirnentzündung, Augenentzündungen und Verkalkungen im Gehirn. Es folgen Entwicklungsstörungen (bis hin zum Kindstod), späterer Epilepsie und Erblindung.

Wenn in der Frühschwangerschaft keine Antikörper (Hinweis für früher durchgemachte Erstinfektion) nachgewiesen werden können, sollten Infektionsquellen gemieden und Antikörperkontrollen in 8-12 wöchigem Abstand durchgeführt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass eine Infektion erkannt wird und rasch behandelt werden kann. So können wir Spätfolgen der Erkrankung reduzieren.

Listeriose:

Infektionsquellen sind der Verzehr von belasteten Rohmilchprodukten, insbesondere Rohmilchkäse, Salami, rohes Fleisch, roher Fisch oder auch Rohkost. Die Erkrankung führt zur Infektion der Schwangerschaft mit der Folge von Fehl- und Frühgeburten und dem Absterben des Kindes im Mutterleib. Die Listeriose macht ebenfalls recht untypische Beschwerden (grippeartig, Halsschmerzen, Magen-Darmbeschwerden, Blasenbeschwerden), kann aber mit Antibiotika recht gut behandelt werden. Über entsprechende Hygienemaßnahmen wie Händewaschen vor der Zubereitung von Speisen, Waschen von Obst und Gemüse, Durcherhitzen von Fleisch- und Fischwaren, bzw. dem Verzicht von Rohmilchprodukten und rohem Fisch oder Fleisch können Infektionen vermieden werden.

Ein Infekt hinterlässt KEINE Immunität.

Röteln, Masern und Mumps und Ringelröteln:

hinterlassen meist eine lebenslange Immunität.

Die Erstinfektion mit Röteln in der Schwangerschaft führt meist zu schweren Störungen beim Kind. Beim Nachweis der Immunität muss man sich aber deshalb keine Sorgen machen.

Die Ringelröteln sind eine völlig andere Erkrankung als die Röteln (die Verwirrung kommt nur durch die Namensverwandtschaft). Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft kann es zur Blutarmut (Anämie) beim Kind kommen, was gut diagnostizierbar ist und bei schweren Fällen durch eine Blutübertragung im Mutterleib behandelt werden kann.

Windpocken:

90% aller Schwangeren sind immun gegenüber Windpocken. Die Erstinfektion in der Frühschwangerschaft (etwa bis zur 21. Woche) führt eher selten zu einer Infektion des Kindes, endet aber dann oft mit dem Absterben des Kindes.
4-5 Tage vor und 2-3 Tage nach der Entbindung besteht die Gefahr der möglicherweise tödlich verlaufenden Neugeboreneninfektion. Bei Verdacht auf Erkrankung muss dann rasch mit Windpocken-Antikörpern behandelt werden. Bei bekanntem positivem Windpocken-Immunstatus vor oder am Anfang der Schwangerschaft kann man sich diesbezügliche Sorgen sparen.

Cytomegalie:

Der Cytomegalievirus kann bereits im Mutterleib auf das Kind übertragen werden. Die kongenitale (angeborene) Übertragung des Cytomegalovirus ist eine der häufigsten Ursachen für die Schädigung von Ungeborenen. Etwa 1% aller Schwangeren in Europa, die keine Antikörper gegen das Cytomegalovirus haben, infiziert sich in der Schwangerschaft mit dem Virus. In etwa 40 bis 50 Prozent dieser Fälle überträgt die Frau das Virus auf das ungeborene Kind. Obwohl eine Cytomegalieinfektion bei gesunden Erwachsenen in den meisten Fällen ohne oder mit nur geringen äußeren Krankheitszeichen verläuft, besteht die Gefahr schwerer Schäden beim Fetus und beim Neugeborenen – allerdings fast nur bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft. Sofern Sie früher schon einmal mit dem Cytomegalievirus in Kontakt gekommen sind, besteht eine Immunität gegen die Erkrankung. In diesem Fall sind Reinfektionen in der Schwangerschaft selten.

Die Infektion kann auf vielen Wegen erfolgen: Das Cytomegalovirus wird von infizierten Menschen mit den Körperflüssigkeiten wie Speichel, Tränen, Urin, Sperma oder Vaginalsekret ausgeschieden. Über den engen direkten Kontakt wird das Virus von Mensch zu Mensch übertragen.  Haben Sie also noch keinen Kontakt mit dem Virus gehabt (keine Antikörper im Blut nachweisbar) und Sie sind schwanger, sollten Sie besondere Hygieneregeln beachten und den häufigen und engen Kontakt zu Kindern im Kleinkindalter (Wickelalter) privat oder beruflich meiden – das gilt vor allem für Kinderkrankenschwestern oder Erzieherinnen. Laut Untersuchungen sind bis zu 20 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Kindertagesstätten mit dem Cytoemaglievirus infiziert und scheiden das Virus mit dem Urin und Speichel aus, ohne dass bei ihnen Krankheitszeichen sichtbar wären.

Bei der Kleinkinderbetreuung empfiehlt es sich, insbesondere jene Gegenstände und Oberflächen zu reinigen, die mit Urin und Speichel von Kleinkindern in Kontakt kamen. Wichtig für CMV-seronegative Schwangere ist darüber hinaus eine gründliche Händehygiene mit Seife und warmen Wasser nach dem Windelwechel, Füttern, Baden, Nase putzen und dem Anfassen von Spielzeug. Auch die gemeinsame Benutzung von Tassen, Handtüchern und anderen Gegenstände, die gemeinsame Nahrungsaufnahme und das Küssen auf den Mund sollten vermieden werden.

Röteln, Windpocken, Chlamydien, Lues, Hepatitis B (ansteckende Leberentzündung):

Die Diagnostik bezüglich Röteln- Windpocken- und Chlamydieninfektionen sowie der Lues (Geschlechtskrankheit, auch “weicher Schanker”) und der ansteckenden Leberentzündung sind Bestandteil der gesetzlichen Schwangerschaftsvorsorge, diese sind Kassenleistung.

AIDS  (HIV-Diagnostik):

Die HIV-Diagnostik (AIDS) wird in vielen Praxen und Krankenhäusern ebenfalls automatisch durchgeführt, ist aber nicht offiziell Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge. Bisher übernahmen im Schwangerschaftsfall die Krankenkassen die Kosten stillschweigend. Die Kontrolle auf HIV dient nicht nur Ihnen und Ihrem Kind, sondern auch dem Infektionsschutz der Geburtshelfer und des Krankenhauspersonals.
Aus rechtlichen Gründen ist aber eine diesbezügliche Diagnostik ohne Ihr ausdrückliches Einverständnis nicht möglich. Wir bieten Ihnen diese Untersuchung an und empfehlen sie ausdrücklich.

Weitere Infektionen:

Bei der Vielzahl der möglichen Erkrankungen haben wir uns in dieser Zusammenstellung auf die häufigsten und/oder gefährlichsten Erkrankungen beschränkt. Bitte sprechen Sie uns bei weiteren Erkrankungen, die Ihnen Sorgen machen, an.

Weiterführende Untersuchungen auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)
Ultraschalluntersuchungen mit 3D/4D