Im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien wird bei jeder Schwangeren ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) zwischen der 24. bis 28. SSW durchgeführt.

Hierfür gibt es allerdings zwei unterschiedliche Methoden:

Der 50 g oGTT wird von allen Krankenkassen bezahlt, dieser dauert ca. 1 Stunde und Sie müssen nicht nüchtern kommen.

Wesentlich aussagekräftiger ist allerdings der 75 g oGTT, dieser dauert ca. 2 Stunden und Sie müssen nüchtern in die Praxis kommen, die Kosten für den Test sind allerdings selbst zu tragen.

Unbehandelt erhöht der Gestationsdiabetes die kindliche und mütterliche Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate um ein Vielfaches:

  • besondere Gefahr des Kindstodes nahe am Geburtstermin (Geburtsschwierigkeiten bei sehr großen Kindern)
  • erhöhte Sterblichkeit der Kinder in der Neugeborenenzeit
  • Anpassungsstörungen des Kindes an das Leben außerhalb des Mutterleibes (Unterzuckerung, Krämpfe)
  • Risiko für Mutter und Kind im weiteren Leben einen Diabetes zu entwickeln
  • die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse sind über Generationen strukturell und funktionell gestört
  • erhöhtes Risiko der Mutter an Harnwegsinfektionen, schwangerschaftsbedingtem Hochdruck und Schwangerschaftsvergiftung zu erkranken.

In Studien in Deutschland haben bis zu 15% aller Schwangeren einen Gestationsdiabetes. Dies ist weitaus mehr, als man landläufig annimmt und ist sicherlich auch eine Folge unserer Wohlstandsgesellschaft.
Besonders betroffen sind Frauen mit:

  • starkem Übergewicht (Adipositas), Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft über 30kg/qm
  • Verwandte ersten Grades (Eltern und/oder Geschwister) mit Diabetes
  • vorangegangenen geburtshilflichen Auffälligkeiten (Totgeburten, mehr als 2 Fehlgeburten, Kinder mit einem Geburtsgewicht über 4000g, vermehrtem Fruchtwasser, Schwangerschaftsvergiftung oder schon einmal diagnostiziertem Schwangerschaftsdiabetes)
  • Alter über 35 Jahren
  • PCO-Syndrom
  • Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. Cortison, Blutdrucksenker

Vor allem die gefährdete Schwangere sollte sich zu einem Zuckerbelastungstest entschließen, dann schon erstmalig zu Beginn der Schwangerschaft.

Nach den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft für Diabetes und Schwangerschaft der Deutschen Diabetesgesellschaft sollte bei jeder Schwangeren ein 75g oraler Glucosetoleranztest in der 24.-28. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. (Einige Krankenkassen übernehmen im Rahmen von speziellen Schwangerschaftsprogrammen die Kosten für diese Untersuchung).

Ultraschall-Doppler-Untersuchung in der 20.-24. Schwangerschaftswoche
Ausschluss von Infektionen in der Schwangerschaft außerhalb der Mutterschaftsrichtlinien